☰
  NVR Lehrpfad
8. Lebensraum Fliessgewässer
Zustand der Fliessgewässer in Rüti
Viele Fliessgewässer in Rüti sind in einem schlechten Zustand. Der Bund hat schweizweit alle Fliessgewässer untersucht und ihre Natürlichkeit beurteilt. Die Ergebnisse für die Gemeinde Rüti werden auf der folgenden Karte gezeigt. Die verschiedenen Farben der Bäche und Flüsse zeigen ihre Natürlichkeit:
- blau: natürlich / naturnah
- grün: wenig beeinträchtigt
- gelb: stark beeinträchtigt
- rot: naturfremd / künstlich
- violett: eingedolt
Die Linien senkrecht zur Fliessrichtung der Bäche symbolisieren Abstürze und damit potenzielle Barrieren für Fische:
- blau: natürlicher Absturz (z.B. Wasserfall)
- rot: künstlicher Absturz
Aus der Karte wird ersichtlich, dass viele der Gewässer in Rüti stark beeinträchtigt, naturfremd oder sogar eingedolt sind. Ausserdem erschweren Abstürze in den meisten Bächen/Flüssen den Fischen eine freie Wanderung. Weitgehend natürlich sind vor allem noch die Schwarz und die Jona im Tannertobel und im Jonawald. An diesen Orten findet man z.B. auch den Eisvogel, die Wasseramsel und die Bergstelze relativ häufig. Der Grossteil der anderen Fliessgewässer ist in einem schlechten Zustand und würde von Renaturierungsprojekten sehr profitieren.
Revitalisierung unserer Fliessgewässer - auch in Rüti
Das neue Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass von den insgesamt 15'000 km Fliessgewässer, die in einem schlechten Zustand sind, 4'000 km bis Ende des Jahrhunderts revitalisiert werden müssen. Unter einer Revitalisierung versteht man die Wiederherstellung der natürlichen Funktionen eines verbauten, korrigierten, überdeckten oder eingedolten oberirdischen Gewässers mit baulichen Massnahmen (GSchG Art. 4). Dadurch soll neben dem Hochwasserschutz auch der Biodiversität und unserer Fischfauna geholfen werden. Der Kanton ZH hat in der Kantonalen Revitalisierungsplanung festgelegt, welche Fliessgewässer in den nächsten Jahren revitalisiert werden sollen. In Rüti sollen bis 2035 folgende Gewässer revitalisiert werden:
- Teile des Gubelbächlis bei Fägswil
- Dachseggbächli bei Steinacher / Drei Eichen
- Jona von Schulhaus Lindenberg flussabwärts
Grossen Nutzen - bis 2035 aber nicht geplant - hätte auch die Revitalisierung der Jona entlang der Werkstrasse und im Joweid-Areal, wo sie stark kanalisiert und mit Schwellen verbaut ist.
Wie solche Revitalisierungsprojekte aussehen können und umgesetzt werden zeigt folgendes Video (11:05 min) des Kanton Zürichs, das schon erfolgreich umgesetzte Projekte im Kanton vorstellt:
Alle Fische müssen wandern
Lachse kennt man heute nur noch aus dem Supermarkt oder aus Naturdokumentationen aus Kanada oder Alaska. Dass es aber auch mal Lachse in der Schweiz gab, wissen die wenigsten. Sie unternahmen - wie man es heute nur noch aus Dokumentationen kennt - spektakuläre Wanderungen vom Meer den ganzen Rhein hinauf bis in die Alpen. Neben dem Lachs gibt es unzählige andere Fischarten (z.B. Meerforelle), die auch solche Wanderungen unternehmen. Durch die Fragmentierung unserer Bäche und Flüsse mit Schwellen und Dämmen wurde ihnen jedoch Hindernisse für ihre Wanderung in den Weg gestellt, was vielerorts die Reise durch unsere Flüsse verunmöglicht.
Im folgenden Video (2:52 min) von Aqua Viva wird dies anschaulich erklärt:
Mehr Informationen:
Mehr Informationen zum Zustand der Gewässer in der Schweiz finden sie auf der Webseite der Vogelwarte Sempach und beim BAFU.
Vielleicht interessieren Sie auch folgende Fragen:
- Wasserkraft - Fluch oder Segen?
- Was sind Auen?
- Wie werden Revitalisierungen geplant und umgesetzt?
- Wo findet man im Kanton Zürich noch grosse naturnahe Flüsse und Auen?
Für Schulklassen und Kindergärten bietet Aqua Viva zahlreiche Exkursionen zu spannenden Themen rund um Fliessgewässer an. Mehr Informationen dazu findest du hier