NVR Lehrpfad

2. Lebensraum Kleingärten

Tipps für ökologisches Gärtnern

Nur schon mit einfachen Massnahmen, kann man seinen eigenen Garten nachhaltiger bewirtschaften. Hier ein paar Tipps für den eigenen Garten:

Kompost herstellen im Naturgarten

Kompost herstellen

Kunstdünger können nur unter extremem Energieaufwand hergestellt werden und führt im Garten zur Abnahme der Bodenqualität. Eine einfache und preiswerte Alternative ist Kompost. Neben Nährstoffen bringt Kompost auch Nahrung für die zahlreichen Bodenorganismen in den Boden. Die lockern durch ihre Aktivität den Boden auf und erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit der Erde. Gleichzeitig können Küchen- und Gartenabfälle so sinnvoll wiederverwendet werden.

Mehr Informationen zum Anlegen eines Komposthaufens im Garten gibt es unter folgendem Link des NABU und der Seite nachhaltigleben.ch.


Keine Torferde im Naturgarten

Auf Torferde verzichten

Reguläre Erde aus dem Geschäft besteht oft zu grossen Teilen aus Torferde. Beim Abbau von Torf werden ganze Moorlandschaften zerstört. In der Schweiz ist der Torfabbau mittlerweile verboten. Torf wird aber im Ausland noch in grossen Mengen abgebaut und in die Schweiz importiert. Moore sind wertvolle Ökosysteme für zahlreiche Arten und speichern Klimagase. Weltweit machen Moore nur 3 % der Landoberfläche aus, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Durch den Abbau von Torf geht dieser Speicher verloren. Der Verzicht auf Torferde ist nicht schwer. Achten sie beim Einkauf auf Erde, die mit "torffrei" beschriftet ist, oder nutzen sie stattdessen Rindenkompost, Holzhäcksel, Landerde oder Kokossubstrat. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat Torf und andere Substrate eingehend untersucht und verglichen. Ihre Ergebnisse haben sie in einer Link zusammengestellt.

Mehr Informationen zu Torf und torffreiem Gärtnern finden Sie unter folgendem Link des BAFU.


Unkraut biologisch bekämpfen

Unkraut biologisch bekämpfen

Verzichten sie auf chemische Herbizide. Die einfachste Alternative ist das Jäten des Unkraut per Hand oder das Ausgraben der Wurzeln. Mit geeigneten Massnahmen wie dem Mulchen, einem Unkrautvlies oder dem Pflanzen von Bodendeckern kann verhindert werden, dass Unkräuter überhaupt in grossem Masse auftreten. Beachten Sie jedoch auch, dass Unkräuter für viele Tiere auch nützlich sind. Die Brennnessel ist zum Beispiel Nahrungspflanze von Schmetterlingen wie dem Tagpfauenauge und das Kriechende Fingerkraut zieht oft zahlreiche Bienen an. Ausserdem können viele Unkräuter, die meist voller Vitamine und Mineralien sind, auch in der Küche verwendet werden. Beispiele für solche Unkräuter sind der Löwenzahn, Giersch und der Bärenklau.


Nützlinge fördern im Naturgarten

Nützlinge fördern

Indem man die natürlichen Feinde der Schädlinge in den Garten lockt, kann man sie einfach in Schach halten. Diese tierischen Helfer vereinfachen uns daher die Gartenarbeit. Ein typischer Nützling ist der Marienkäfer. Die Nachkommen eines einzigen Marienkäfers können bis zu 100'000 Läuse in einem Sommer vertilgen. Im Winter braucht er geeignete Überwinterungsquartiere. Stellt man ihm diese in Form von Laubhäufen, Asthäufen, Hohlräumen oder auch Insektennistkästen im Garten zur Verfügung, lockt man diesen kleine Helfer in den eigenen Garten. Aber auch Igel, Vögel, Fledermäuse, Florfliegen und eine ganze Reihe anderer Insekten sind effektive Schädlingsvertilger. Um sie in den eigenen Garten zu locken, muss man ihnen einen geeigneten Lebensraum bieten.

Mehr Informationen zum Anlocken von Nützlingen finden Sie auf der Seite bloomling.ch, der Seite des NABU und auf saemereien.ch.

Natürliche Schädlingsbekämpfung im Naturgarten

Schädlinge natürlich bekämpfen

Lassen Sie die Finger von Insektiziden, Schneckenkörner und anderen Giften. Neben der Förderung von Nützlingen gibt es unzählige andere Methoden um Schädlinge fern zu halten. Zum Beispiel ertragen viele Schädlinge bestimmte Aromen nicht. Nacktschnecken vertragen zum Beispiel den Geruch von Thymian und Rosmarin nicht. Pflanzt man diese neben das Beet, kann man Nacktschnecken fernhalten. Gegen Blattläuse hilft hingegen Lavendel, Zwiebel oder Salbei und der Kartoffelkäfer hasst Meerrettich. Sollten Ihre Pflanzen doch befallen werden hilft beispielsweise eine Brennnessel-Jauche gegen Nacktschnecken oder bei Blattläusen das einfach Abspritzen mit Wasser.

Mehr Informationen zur natürlichen Schädlingsbekämpfung finden Sie auf gartenhaus.ch und der Seite des NABU.

Einheimische Pflanzen fördern im Garten

Heimische Pflanzen bevorzugen

Bepflanzen Sie ihren Garten mit einheimischen Pflanzen. Diese bieten den Tieren Nahrung und Unterschlupf. Verzichten Sie auf Arten wie den Kirschlorbeer, die Forsythie oder den Schmetterlingsflieder. Pflanzen Sie stattdessen einheimische Gehölze wie Schwarzdorn, Weissdorn, Pfaffenhütchen, Weide, Liguster oder Schneeball. Sie werden schnell bemerken, dass diese viel beliebter bei Vögeln und Insekten sind. Auch nicht-einheimische Zierpflanzen können durch mindestens genau so schöne einheimische Arten ersetzt werden. Wenn Sie sich unsicher sind können Sie auf regioflora.ch nachschauen, ob eine Art einheimisch ist oder nicht.

Suchen Sie passende Wildpflanzen für Ihren Garten können Sie das einfach zu bedienende Tool von regioflora.ch nutzen, das Ihnen konkrete Vorschläge für ihren Garten liefert.